Sonntag, 20. März 2016

~Plov mit Hühnchen~ ein usbekisches Gericht aus meiner Kindheit

In meiner Kindheit gab es viele Gerichte, deren Rezepte meine Mama aus unserer Zeit in Kasachstan mitgebracht hatte. Vieles habe ich als Kind einfach zu häufig gegessen und konnte es dann irgendwann nicht mehr sehen. Wie bereits bei meinem Borschtsch schon erwähnt, gab es diese Gerichte nämlich überall. Nicht nur zu Hause bei meiner Mama, sondern auch bei sämtlichen Verwandten. 
Je älter ich werde, desto stärker weiß ich all diese Gerichte zu schätzen. Eben weil ich all jene Leckereien mit meiner Kindheit verbinde und diese habe ich wirklich sehr genossen :)
Da ich meine Eltern nur noch wenige Male im Jahr sehe, ist es für mich immer wieder etwas Besonderes, wenn wir dann gemeinsam eines dieser Gerichte zubereiten und ich mich dadurch wieder an frühere Tage erinnern kann. An Tage, die wir noch alle gemeinsam in einem Haus verbracht haben.
Diese Rezepte werden so an mich weiter getragen und ich kann sie somit auch mit meiner Schwester gemeinsam kochen, wenn wir uns nach unserer Familie sehnen. Wie oft seht ihr eure Familie? Bei uns sind es leider nur noch 3-4 mal im Jahr.
Plov ist eben so ein Gericht aus meiner Kindheit. Es ist ähnlich dem im arabischen Raum bekannten Pilaw. Aber für mich persönlich natürlich noch viel leckerer :)
Da ich gerade meine Eltern besuche, habe ich gleich die Gelegenheit genutzt und gemeinsam mit meiner Mama Plov gekocht.
Zutaten (6 Personen):
* 500g Langkornreis
* 300g Hühnerfleisch (Keulen, Brust)
* 100g gekochte Kichererbsen
* 100g eingeweichte Rosinen
* 50g eingeweichte Beberitzen
* 200g geraspelte Möhren
* 2-3 große Zwiebeln in grobe Streifen geschnitten
* 125 ml Öl
* 1 TL Kreuzkümmel (ganz)
* 4 Knoblauchzehen (mit Haut)
* 1/2 Bund Petersilie
* Salz und Pfeffer
Zubereitung:
Das Öl in einem Bräter sehr heiß werden lassen, bis sogar ein leichter Rauch aufsteigt. Das Fleisch hinzugeben und schraf rundherum anbraten. Das Fleisch mit Salz und Pfeffer intensiv abschmecken, denn der Reis muss später auch diese Würze aufnehmen können.
Eine Hand voll von den Möhren sowie der Zwiebeln zu dem Fleisch geben und für etwa 5 Minuten anbraten, damit das Öl die Aromen und etwas Farbe aufnehmen kann. In der Zwischenzeit den Reis unter kaltem Wasser mehrmals abspülen, damit sich die Stärke herauslöst.
Nun werden alle Zutaten im Bräter geschichtet. Eine Portion von dem Reis über dem Fleisch verteilen, Möhren wie auch Zwiebeln darüber streuen. Ein Teil der Kichererbsen mit einem Teil der eingeweichten getrockneten Früchte darauf verteilen. Eine Prise des Kreuzkümmels darauf streuen. Jetzt wieder mit dem Reis beginnen. Das Ganze wiederholen und die allerletzte Schicht mit Reis abschließen. Die Knoblauchzehen in den Reis verteilt hinein stecken.
Schließlich so viel heißes Wasser in den Bräter gießen, sodass das Gericht bedeckt ist. Am einfachsten ist es, das Wasser vorsichtig am Rand des Bräters hinein zu schütten. Bei Bedarf noch einmal mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Bräter mit einem Deckel verschließen und den Inhalt für etwa 30 Minuten auf kleine Flamme köcheln lassen. Dabei das Gericht nicht umrühren und den Deckel nicht öffnen. Das Gericht ist fertig sobald der Reis gar ist und kann anschließend auf einer Servierplatte angerichtet werden. Erst den Reis darauf verteilen, dann das Fleisch, dass sich im Bräter auch an unterster Stelle befindet. Die Knoblauchzehen dabei wieder entfernen.
Zuletzt das Reisgericht mit Petersiele bestreuen und sofort servieren.
Der Reis ist luftig locker, das Fleisch ist unglaublich zart. Das Aroma der Zwiebel-Möhren-Mischung ist vollständig in das Gericht übergegangen und bildet die typische Note, die maßgeblich für diese Speise ist.
Das schöne in der Zeit der Sowjetunion war es, dass unglaublich viele unterschiedliche Nationen im selben Land gewohnt haben. Dadurch haben sich so viele Essensgewohnheiten vermischt und die unterschiedlichsten Küchen wurden dort gekocht wie auch angeboten. Das ist eben der Vorteil einer multikulturellen Gesellschaft :)
Ich freue mich sehr darüber, dass meine Mama mir all diese multikulturellen Rezepte weiterreicht und wir sie auch gemeinsam zubereiten können. Ich bin dankbar, dass ich so eine tolle Mama habe. Ich bin auch dankbar, dass ich einen tollen Papa habe, der immer für mich da ist und erst recht bin ich für meine tolle Schwester dankbar. Die alle Zeiten mit mir durchsteht und an meiner Seite ist. Zusammenhalt ist in unserer Familie schon immer wichtig gewesen.
Jetzt bin ich ganz schön sentimental geworden. Aber so bin ich immer, wenn ich mich im Hotel Mama einquartiere :)
Vielleicht könnt ihr mich da verstehen und seid auch so?
Wie versprochen, liebe Anika vom Lavendelblog, mein Beitrag mit einem Gericht aus meinem Geburtsland. Lasst uns alle gemeinsam einmal kulinarisch um die Welt reisen!

Kommentare:

  1. Mensch ja, auch mich erinnert dieses Gericht an Frueher :-)
    Allerdings gab es das immer bei Oma und Opa. Sehr lange her! Ich glaube es ist an der Zeit, Plov mal wieder auf den Tisch zu bringen.
    Danke fuer Deine und dadurch auch meine Erinnerungen an die Kindheit.
    LG Ayurlie

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    1. Liebe Ayurlie,
      es freut mich, dass ich auch bei dir Kindheitserinnerungen wecken konnte. Plov ist einfach ein fabelhaftes Gericht :)

      liebe Grüße!

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  2. Liebe Swetlana, ein wunderbarer Post hast Du hier geschrieben, dazu wieder eine Köstlichkeit von Deiner Familie, ich bin hin und weg. Meine Familie ist klitzeklein und da bin ich glücklich, dass meine Mama nur zwei Dörfer weiter wohnt. Wir beide lieben es, zusammen zu kochen, gewisse Rezepte von früher erinnern einfach an die guten alten Zeiten und natürlich lasse ich mich gerne von ihr verwöhnen.
    Vielen Dank und einen schönen Gruß, Sigrid

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    1. Liebe Sigrid,

      Ein Glück hast du, dass deine Mama nicht allzu weit von dir entfernt wohnt. An manchen Tagen wünsche ich mir auch, dass ich einfach mal schnell "rüber" gehen könnte und wir einfach gemeinsam kochen und essen könnten.

      liebe Grüße :)

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  3. Ich habe es heute gekocht und es war, Dank der guten Führung, recht einfach zuzubereiten. Und wirklich, wirklich lecker!

    Du hast einen weiteren Fan für Deinen Blog gefunden liebe Swetlana!

    Vlg Toby

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    1. Lieber Toby,
      ich bin ja wirklich begeistert gewesen, als du mir die Bilder von deinem Teller zugeschickt hast. Das sah wirklich köstlich und vor allem authentisch aus. Es freut mich, dass dir dann auch noch geschmeckt hat und ich nun einen Leser dazu gewonnen habe! Das nächste mal wird gemeinsam gekocht :)

      liebe Grüße!

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