Dienstag, 15. Dezember 2015

~ ein russischer Klassiker: Borschtsch (vegetarisch)~

ich kann ja gar nicht genug erwähnen, dass es zu Hause immer ein Süppchen gab, sobald es draußen kalt wurde. 
Meine Mama kennt so unheimlich viele unterschiedliche Suppen, die könnte ich spontan alle gar nicht aufzählen. Meine Mama ist eine fabelhafte Köchin und hat mir glücklicherweise all ihr Wissen weiter gegeben :)
Es gab bei uns eben auch viele Suppen, deren Rezeptur aus dem Großraum der ehemaligen Sowjetunion entstammt. Dazu gehört auch der allseits bekannte "russische Klassiker": Borschtsch.
Mit dieser Suppe verbinde ich unheimlich viele Kindheitserinnerungen. Denn dieses Süppchen gab es irgendwie immer und überall. Zu Hause, bei den Großeltern, zu Besuch bei anderen Verwandten und auch zu Besuch bei den Freunden von meinen Eltern. Als Kind konnte ich dann irgendwann Borschtsch nicht mehr sehen. Abgesehen davon, dass man als Kind auch noch nicht der größte Kohl-Fan war :)
Zwischenzeitlich hat sich das aber komplett geändert. Inzwischen bewahre ich mir diese wundervollen Kindheitserinnerungen und diese sind mir sehr wichtig. Mit jedem Bissen eines Gerichtes, welches ich aus Kindertagen kenne, erinnere ich mich an die schöne Zeit damals zurück. So ist es auch heute mit Borschtsch. Einst zu oft gegessen und nicht so richtig gemocht, ist es heute eines meiner Lieblingssüppchen. Besonders, wenn meine Mama die Suppe kocht und am besten die ganze Familie sich wieder im Elternhaus einfindet.
Am Wochenende hat es mich sehr gefroren und ich wollte mich mit einem Süppchen wärmen. Dabei überrannten mich sofort Gelüste nach Mamas Borschtsch. Ursprünglich wird dafür eine Rinderbrühe mit Rindfleischeinlage gekocht. Ich hatte allerdings nichts entsprechendes im Haushalt, aber ich dachte mir, eine fleischlose Variante dürfte doch auch sehr köstlich sein. Das Ergebnis hat mich gleich begeistert, denn meine Version schmeckt nicht nur hervorragend, sie spart auch Zeit und ist zudem auch noch vegetarisch.
Ich habe mir extra schönes Saisongemüse für dieses Gericht ausgesucht. Es ist ideal bei kaltem Wetter im Winter, um sich zu Hause wieder schnell aufzuwärmen :)

Zutaten (4-6 Personen):
* 3 mittelgroße Zwiebeln
* 2 mittelgroße Möhren
*3 mittelgroße Kartoffel
* 1 große rote Bete
* 1 große Petersilienwurzel
* 10 Blätter Weißkohl
* 2 große Tomaten
* 1 EL Tomatenmark
* 75g Butter
* 1,5L Gemüsebrühe
* 2 Lorbeerblätter
* 1 EL Zucker
* 1 EL Essig
* saure Sahne
* 1 Bund Petersilie
* Salz und Pfeffer
Zubereitung:
Zwiebeln, Kartoffeln und die Petersilienwurzel schälen und klein schneiden. Die Blätter vom Kohl vorsichtig abrupfen, waschen, trocken tupfen und ebenso fein hacken. 50g Butter in einem großen Topf schmelzen lassen. Das Gemüse hinein geben und für 5-10 Minuten andünsten lassen.
In der Zwischenzeit die rote Bete und die Möhren schälen und fein raspeln. Die Tomaten kreuzweise einschneiden, mit heißem Wasser überbrühen, häuten und würfeln. Die Gemüsebrühe in den Topf gießen und den Topfinhalt zum kochen bringen.
In einer Pfanne die restliche Butter schmelzen lassen und die geraspelte Möhre und rote Bete darin kräftig anbraten. Das Tomatenmark hineingeben und kurz mit anschwitzen lassen. Anschließend den das geraspelte Gemüse gemeinsam mit den gehackten Tomaten zur Suppe in den großen Kochtopf geben.
Die Suppe für etwa 20 Minuten köcheln lassen, mit den Gewürzen abschmecken. Die Petersilie abbrausen, trocken tupfen und fein hacken. Einen Teil davon zur Suppe geben, einen Teil zur Dekoration aufbewahren. Die Lorbeerblätter vor dem Servieren aus der Suppe entfernen.
Die Suppe mit einigen klecksen saure Sahne und der Petersilie gemeinsam servieren. Ein wenig frisch gemahlenen Pfeffer darüber mahlen.
Ich esse dazu gerne noch Adschika (Аджика). Das ist eine süsslich-scharfe-Soße, die man als Dip bei russischen Speisen benutzen kann, aber meistens in die Suppe einrührt. Basis sind Paprika, Tomaten, Knoblauch und Chilishote. Früher hat es immer unsere Oma gläserweise für uns zubereitet. Das letzte mal habe ich von meiner Mama ein Glas bekommen, jedoch hat sie es durch Zugabe von Pflaumen abgewandelt. Sehr köstlich kann ich euch nur sagen! Dazu werde ich aber in Kürze das Rezept einholen und  einen eigenen Beitrag schreiben :)
ich muss gestehen, dass ein originaler Borschtsch ein klein wenig besser schmeckt, aber diese Variante kann wunderbar mithalten. Die originale Version muss ich aber demnächst einer ganz besonderen Person zubereiten. Hoffentlich gelingt mir das auch genauso gut, wie von meiner Mama.
Dieses Rezept möchte ich an dieser Stelle meiner einzigartigen Mama widmen. Sie hat mir genau das alles beigebracht, was ich euch hier immer präsentiere und dafür bin ich unendlich dankbar. Ich habe einfach die Beste Mama der Welt :)

Kommentare:

  1. Wie lecker deine Suppe klingt. Die steht demnächst auf meinem Speisenden.Danke für das leckere Rezept.

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    1. Sehr gerne. Bei der Menge der Gemüsebrühe musst du mal schauen, ob es ausreicht, denn es hängt stark von der Menge des Gemüses ab. Die Angaben "mittelgroß" können ja individuell interpretiert werden :)

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  2. Das hat dir aber sehr gut gelungen, von allem die Farbe(richtige Tomaten-Rote Bete Farbe).Und Petersilie knolle gibt bestimmt leckere Geschmak. mizi.

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    1. Ja, die Farbe ist mir sehr gut gelungen. Die Suppe war sehr lecker, aber deine schmeckt mir immer noch am besten!

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  3. Danke für dieses wunderbare Borschtsch-Rezept, das ist toll. Ich mag Rote Bete sehr gerne und dieses Rezept hier mit all den anderen Zutaten ist großartig und muss probiert werden. Ich habe auch ein feines Rezept doch das ist mit Fleisch, so richtig was für meine "Mittagstischler", doch Dein Rezept hier das ist was für uns alle und wird gerne ausprobiert. Danke für das schöne Rezept und für das verlinken auf meiner Seite.
    Herzliche Grüße
    Ingrid

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    1. Liebe Ingrid,
      gerne würde ich auch mal dein Rezept mit Fleisch kennen lernen. Wie bereits oben geschrieben, das Original Rezept von meiner Mutter ist auch mit Fleisch. Diese Suppe wird in Russland auch immer mit Rindfleisch gegessen. Aber die fleischlose Variante geht einfach schneller und eignet sich auch prima für die Feierabendküche :)

      Liebe Grüße!

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